SPD fordert Solidarität und sofortige Hilfe für die Grundschule Hägewiesen

 

Die Grundschule Hägewiesen benötigt dringend Hilfe zur Unterstützung und Entlastung der Schulsituation vor Ort im Sahlkamp. Dafür wendet sich die Elternvertretung mit einem Brief an die Kommunal- und Landespolitik, darunter auch an den örtlichen Landtagsabgeordneten und Ministerpräsidenten Stephan Weil und an die Integrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf. Sofortige Hilfsmaßnahmen sind bereits in Arbeit und werden gemeinsam mit der Verwaltung, Schulleitung und den Eltern der Schule entwickelt

„Die Grundschule (GS) Hägewiesen kann sich auf unsere vollste Unterstützung verlassen. Wir sind dabei, Maßnahmen zu entwickeln, die unmittelbar eingesetzt werden können, um die Situation vor Ort zu entlasten und den Kindern, Eltern und dem Schulpersonal zu helfen“, erklärt Afra Gamoori, Vorsitzende der SPD Vahrenheide-Sahlkamp und Ratsfrau der Landeshauptstadt Hannover. Die 26-jährige hat selbst die GS Hägewiesen besucht und ist sehr vertraut mit den Gegebenheiten vor Ort. „Bildung ist das A und O – gerade wenn man mit einer anderen Herkunftssprache neu in Deutschland ankommt oder aufwächst und über wenig Geld verfügt, ist es von außerordentlicher Bedeutung einen guten Zugang zu Bildung zu erhalten, um später aus eigener Kraft – unabhängig und frei – leben zu können. Es ist daher unerlässlich, dass entsprechend viele Investitionen in diesen Bereich seitens der Stadt und des Landes fließen, vor allem dort, wo es besonders gebraucht wird wie an der GS Hägewiesen “, betont die schul- und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion.


„In den letzten Jahren haben wir stark in die Bildungs- und Sozialinfrastruktur im Sahlkamp investiert“, hält Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg fest. „Wir haben zahlreiche soziale und kinder- und jugendorientierte Einrichtungen, Institutionen und Gremien eingerichtet, unterstützt und gefördert. Nur um einige Beispiele zu nennen: der Integrationsbeirat Bothfeld-Vahrenheide, die Sanierungskommission Sahlkamp-Mitte, das NaDu-Kinderhaus, der Stadtteilbauernhof, die Gemeinwesenarbeit (GWA) und Stadtteilkulturarbeit Sahlkamp, der Bildungsladen Sahlkamp. Seit zwei Jahren gibt es zusätzlich noch die AG Flüchtlingshilfe Sahlkamp. Dort engagieren sich ebenfalls die GWA und Stadtteilkulturarbeit Sahlkamp, verschiedene Vereine, Einrichtungen und Ehrenamtliche, um den Flüchtlingen und ihren Kindern zu helfen, die im Sahlkamp selbstständig wohnen“, erläutert Grunenberg weiter.


„Die Sprachbildung der Kinder zu fördern, beginnt für manche erst in der Grundschule. Deshalb sind dringend Maßnahmen erforderlich, die zum Erlernen der Sprache und Förderung des Sprachniveaus effektiv beitragen. Zudem handelt es sich bei einigen um traumatisierte Kinder aus Krisengebieten, die eine therapeutische Behandlung brauchen. Hier ist der Einsatz von verschiedenen pädagogischen Fachkräften an der Schule gefordert, was unter anderem noch viel stärker ausgebaut werden muss“, sagt die SPD-Fraktionschefin Claudia Heinrich aus dem Stadtbezirksrat Bothfeld-Vahrenheide.

„Damit sich die Situation an der GS Hägewiesen tatsächlich verbessern kann, brauchen wir eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage an der Schule, aus der konkrete Maßnahmen hervorgehen sollen“, erklärt Adis Ahmetovic, Bezirksratsherr und gleichzeitiger stellvertretender Vorsitzender des Integrationsbeirats Bothfeld-Vahrenheide. „Wir packen diese Sache an, weil wir Verantwortung für die Situation übernehmen möchten in Folge des Flüchtlingszuzuges und für die besonderen Herausforderungen im Sahlkamp allgemein. Uns ist grundsätzlich daran gelegen, alle Kinder mitzunehmen und zu unterstützen, nicht zuletzt weil einige von uns hier selbst aufgewachsen sind und wir uns gut in ihre Lage hineinversetzen können“, betont der 24-jährige Bezirksratsherr, der ebenfalls die GS Hägewiesen in seiner Kindheit besuchte.


Das Land Niedersachsen schafft mit seiner „Initiative schulische Sozialarbeit in sozialen Brennpunkten“ vom Niedersächsischen Kultusministerium 20 neue Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte zum neuen Schuljahr 2017/18. Die Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sollen einen besonderen Schwerpunkt in der Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen wie der kommunalen Jugendhilfe oder Beratungsstellen setzen und die Schulen bei der Elternarbeit entlasten, wie Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) mitteilt. Weitere Arbeitsbereiche sollten Konfliktprävention, Schulverweigerung sowie Unterstützung bei der Integration sein. Zur Auswahl der Schulen wurden Indikatoren wie die Arbeitslosenquote, die Anzahl der Bewohner eines Quartiers mit Migrationshintergrund, Transferleistungsempfänger und Alleinerziehende mit Kindern unter 18 Jahren in die Überlegungen eingesetzt. Zudem war ein Kriterium die Beteiligung am Bundesprogramm „Soziale Stadt“.


Dass fünf von 20 neuen Stellen für Schulsozialarbeiter und Schulsozialarbeiterinnen künftig in Hannover angesiedelt sein werden, begrüßt die schul- und bildungspolitische Sprecherin Gamoori ausdrücklich: „Es ist wichtig, dass die Schulen mit besonderen Herausforderungen auch in besonderem Maße unterstützt werden.“ In der letzten Sitzung des Schul- und Bildungsausschusses am 07.06. wurde eine Drucksache von der Verwaltung vorgelegt, wodurch eine bedarfsgerechte Anpassung der Personalstellen in der Ganztagsbetreuung an der Grundschule Hägewiesen vorgenommen wird, indem die Anzahl der Personalstellen von 7 auf 8 à 19,25 Stunden erhöht wird. Zudem wurde in der letzten Ratsversammlung vor den Sommerferien von der Mehrheit beschlossen, ein Pool-Verfahren einzusetzen, wodurch der Einsatz von Schulsozialarbeitern und Schulsozialarbeiterinnen flexibler und nach aktuellen Bedarfen gestaltet werden kann. „Das sind alles bereits beschlossene Maßnahmen, die zur Entlastung der Schullandschaft beitragen sollen, gerade auch an der Grundschule Hägewiesen. Dass noch mehr gemacht werden muss, steht außer Frage. Hierfür werden wir uns besonders stark einsetzen“, erklärt Gamoori abschließend.