Einsatz für mehr Sicherheit

 
 

Sahlkamp. Die Vorfälle in den letzten Wochen und Monaten hat der SPD-Ortsverein Vahrenheide-Sahlkamp zum Anlass genommen, um eine öffentliche Diskussionsrunde zum Thema „Sicherheit vs. Kriminalität – Wie steht’s wirklich um Vahrenheide und Sahlkamp?“ zu veranstalten.

 

Stephan Manke, Staatssekretär beim Innenministerium (SPD), Tanja Wulff-Bruhn, Leiterin des Polizeikommissariats Lahe, Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg, Ratsfrau und Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Afra Gamoori stellten sich in der Grundschule Hägewiesen den Fragen der Bewohnerinnen und Bewohner aus beiden Stadtteilen und sprachen mit ihnen über ihre Sorgen und Ängste, aber auch über mögliche Strategien, wie man den Problemen präventiv und im Ernstfall begegnen kann. „Die objektiven Zahlen aus den aktuellen Kriminalitätsstatistiken und das subjektive Sicherheitsgefühl vor Ort gehen weit auseinander. Es ist wichtig, den Menschen, die hier wohnen, das zu verdeutlichen. Trotzdem brauchen wir natürlich gleichzeitig eine höhere Polizeipräsenz, weil sie für das subjektive Sicherheitsgefühl nun einmal wichtig ist. Das Land wird deshalb mit der Einstellung von mehr Polizeikräften in ganz Niedersachsen reagieren, geplant sind bis zu 3000 in den kommenden Jahren“, so der aus Vahrenheide stammende Staatssekretär Manke, der damit auch die Linie der aktuellen Landesregierung unter Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) formulierte. Nachdem Manke erst kürzlich - wie schon mehrfach in den vergangenen Jahren - mit der Polizei eine Schicht Streife fuhr, hat er viele Eindrücke sammeln können und sich mit der aktuellen Situation vor Ort vertraut gemacht. Kommissariatsleiterin Wulff-Bruhn stellte die Arbeit der örtlichen Polizei vor und fasste die Kriminalfälle aus den letzten Monaten zusammen. Sie ging auch auf den neu geplanten städtischen Ordnungsdienst ein und würde eine Zusammenarbeit zwischen Polizei und Ordnungsdienst begrüßen. Schließlich appellierte sie an die Zuhörerinnen und Zuhörer: „Die Polizei ist auf die Hinweise von Zeugen angewiesen. Wir möchten Sie dazu ermutigen, sich an die Polizei zu wenden und uns unmittelbar nach dem Auftreten der bemerkten Vorfälle diese bei uns zu melden.“ Eine Bürgerin schilderte, dass sie sich abends oder im Dunkeln alleine nicht mehr auf die Straße traue. Ein anderer Bürger erzählte, dass er mit einem Baseballschläger bedroht wurde, es sich aber als schlechter Scherz herausstellte. Das Hochhaus in der Elmstraße mitten im Sahlkamp wurde mehrfach als ein Hot-Spot genannt, was zum negativen Sicherheitsgefühl beiträgt. Die anteiligen Sanierungsarbeiten der Balkone reichen nicht aus, da müsse nach Ansicht des Publikums noch mehr geschehen. Auf der anderen Seite wurden in Vahrenheide deutliche Verbesserungen durch den Abriss des Klingenthals erreicht. Bezirksbürgermeister Grunenberg bestätigt dies, schließlich lebe er seit 1976 in Vahrenheide und kenne die Situation vor Ort ziemlich gut: „Die Sanierung in Vahrenheide-Ost hat vierzehn Jahre gebraucht. Das war nur dank der guten Zusammenarbeit mit der GBH, jetzt hanova, möglich. Nun leben viele neue Familien in den Reihenhäusern, das Zusammenleben verläuft friedlich“. Martin Schrapel (26), Geologe und langjähriger Bewohner im Sahlkamp, betonte: „Das Programm ‚Soziale Stadt‘ ist sehr hilfreich. Die Arbeit der Sanierungskommission Sahlkamp-Mitte läuft auf Hochtouren, die Investitionen sind notwendig und auch sinnvoll hier angelegt. Was viele nur nicht wissen, ist, dass es auch schöne Seiten hier gibt und wir gerne hier leben.“
Schließlich bedankte sich Gamoori für die offene und ehrliche Diskussionsrunde: „Auch wenn sich von heute auf morgen nicht alles verändern lässt, nehmen wir die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst. Niemand soll bei uns Angst haben. Aus diesem Grund müssen wir neben der rӓumlichen Gestaltung auch deutlich in die Prävention von Kriminalität durch mehr Aufklӓrung und integrativer Sozialarbeit investieren und gute Perspektiven für alle 3 schaffen, damit niemand auf die falsche Fahrbahn gerӓt.“ Die Sicherheit aller und ein friedliches Miteinander vor Ort haben höchste Priorität für alle Teilnehmenden.

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